Donnerstag, 25.09.2014

11:00 - 12:30 Uhr

Melanchthonianum HS XX

Vorsitz: Roider, Johann (Kiel); Hofmann, Werner (Neumünster)

Geriatrie in der Ophthalmologie - Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft

Die zunehmende Überalterung unserer Gesellschaft spiegelt sich auch in den ophthalmologischen Problemen wider. Neben den in der Öffentlichkeit häufig wahrgenommenen Erkrankungen wie Katarakt und altersbedingter Makuladegeneration gibt es jedoch eine Vielzahl von ophthalmologischen Krankheiten, die einer intensiven Kontrolle und Behandlung mit zunehmendem Alter benötigen. In dem Symposium wird der Fokus gelegt auf die ophthalmologische Versorgung im zunehmenden Alter, insbesondere auch in Altenheimen. Darüber hinaus wird auf andere geriatrisch bedingte Probleme unserer älter werdenden Gesellschaft aufmerksam gemacht.

11:00 Uhr

D. K. Wolter
gerontopsykiatri, Psykiatrien i region Syddanmark, Haderslev/DK;

S203-01

Alzheimer-Demenz, visuelle Wahrnehmung und Fahreignung

Beeinträchtigungen der visuellen Wahrnehmung, die die Fahreignung einschränken können, gehören regelhaft zum kognitiven Kernsyndrom der Alzheimer-Demenz. Bei intaktem Sehapparat inkl. primärer Sehrinde können optische Informationen nicht mehr richtig „übersetzt“ bzw. „gelesen“ werden, betroffen sind visuelles Scannen und räumliche Wahrnehmung, aber auch die Intensität der Farbwahrnehmung sowie die Ergänzung unvollständiger Informationen mit fließendem Übergang zur Agnosie. Interaktionen mit anderen Leistungseinbußen (Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit, geteilte Aufmerksamkeit, peripheres Sehen) sind zu beachten.

11:10 Uhr

H. Wilhelm
Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum, Eberhard Karls Universität Tübingen, Tübingen;

S203-02

Fahreignung aus ophthalmologischer Sicht

Im Alter ist vor allem das reduzierte Kontrast und Dämmerungssehen ein Problem für das Autofahren bei schlechter Beleuchtung. Gängige Untersuchungsverfahren und praktische Konsequenzen werden anhand von Beispielen besprochen.

11:20 Uhr

S. Krupp
Forschungsgruppe Geriatrie Lübeck, Geriatriezentrum, Krankenhaus Rotes Kreuz Lübeck, Lübeck;

S203-03

Visus-Screening aus der Sicht des geriatrischen Assessment

Geriatrisches Assessment soll Informationen aus multiplen Aspekten der inneren und äußeren Lebenswirklichkeit älterer Menschen zusammentragen und zu einem Gesamtbild verschmelzen, das individualisierte Therapieentscheidungen ermöglicht. Dabei sind Einschränkungen auf verschiedenen Ebenen der Verarbeitung visueller Reize gleichzeitig Gegenstand des Assessments und Einflussfaktor beim Versuch, andere Dimensionen (z. B. die kognitive Leistungsfähigkeit) korrekt zu beurteilen. Der Vortrag geht auf beide Rollen des Visus ein und stellt ein Formular für Nicht-Ophthalmologen zur Unterstützung des visuellen geriatrischen Assessments zur Debatte.

11:30 Uhr

S. Strotzka
GerontoPsychiatrisches Zentrum (GPZ) und Beratungszentrum für Angehörige älterer Menschen mit psychosozialen Problemen, Psychosoziale Dienste Wien , Wien/A;

S203-04

Der Uhrentest

Der Uhrentest ist ein sehr einfach und schnell durchführbares Verfahren zur Erfassung kognitiver Probleme bei alten Menschen. Er dauert etwa 1-2 Minuten, ist nicht Angst erzeugend und relativ frei von kulturellen und bildungsabhängigen Einflüssen. Neben theoretischen Überlegungen werden praktische Erfahrungen und Erkenntnisse aus mehr als 6000 neuropsychologischen Untersuchungen in den Vortrag einfließen.

Strotzka, S., Psota, G. & Sepandj, A. (2003). Uhrentest in der Demenzdiagnostik - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Psychopraxis, 4/2003, 16-24.

11:40 Uhr

L. Thederan
Augenklinik und Poliklinik, Unversitätsklinikum Würzburg, Würzburg;

S203-05

Die Augenärztliche Betreuung von Patienten in Seniorenwohnheimen

Darstellung von Sehfähigkeit, augenärztlicher Diagnosen und augenfachärztlicher Versorgungsstruktur in Altenwohnheimen in Unterfranken. Anhand der Ergenisse aus der von uns durchgeführten Studie sollen die ophthalmologische Betreuung von Bewohnern in stationären Einrichtungen, die Organisation des fachärztlichen Zugangs, sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung aller an der Versorgung von älteren Menschen mit Sehbeeinträchtigungen beteiligter Berufsgruppen vor Ort etabliert werden.

11:50 Uhr

U. Hennighausen
Redaktion DER AUGENSPIEGEL, Heide;

S203-06

Geriatrische Probleme aus Sicht des praktischen Augenarztes

Es soll dargelegt werden, welche Informationen Augenheilkunde und Geriatrie für das geriatriche Assessment voneinander brauchen: Informationen über kognitive Einschränkungen (z.B. beg. Demenz u. Schwerhörigkeit) versus Sehvermögen eines Patienten, insbesondere: Welche Aufgaben des Alltags kann der betreffende Patient mit seinem Sehvermögen noch bewältigen und welche Hilfen sind bei Sehbehinderung möglich? Des Weiteren soll die Bedeutung neuropsychologischer Testverfahren zur interaktiven Diagnosefindung höherer Sehstörungen am Beispiel der posterioren corticalen Atrophie besprochen werden.
Abschließend soll auf die Frage, welche Untersuchungen des älteren Menschen im Sinne der vertragsärztlichen ("kassenärztlichen") Leistungen und welche als IGeL zu sehen sind, eingegangen werden.

12:00 Uhr

J. Roider, Kiel; W. Hofmann, Neumünster; D. K. Wolter, Haderslev/DK; H. Wilhelm, Tübingen; S. Krupp, Lübeck; S. Strotzka, Wien/A

Rundtischgespräch