Donnerstag, 25.09.2014

17:00 - 18:30 Uhr

Melanchthonianum HS XV

Vorsitz: Hedtke-Becker, Astrid (Mannheim)
Diskutant: Aner, Kirsten (Kassel)

Balancing Stress in old Age - Innovative Settings im Alltagsleben älterer Menschen und der Beitrag Sozialer Arbeit

Im höheren Lebensalter entsteht Stress insbesondere durch sich erhöhende Vulnerabilität, die Veränderung der sozialen Beziehungen und zusätzliche Aufgaben wie familiäre Pflege, die zahlenmäßig weiter steigt. Hier sind immer wieder Ausgleichsbewegungen notwendig. Gleichzeitig wächst in der älteren Bevölkerung der Wunsch nach Autonomie- selbstbestimmt bis zum Lebensende zu Hause wohnen bleiben zu können gehört dazu. Zunehmend sind Innovative Settings gefragt, die diesen Lebenssituationen älterer Menschen gerecht werden und ihre Autonomie –auch bei hoher Vulnerabiliät, insbesondere im vierten Lebensalter- stärken bzw. ihre Ressourcen einbeziehen. Dabei kommt Sozialer Arbeit mit alten Menschen vor allem im Bereich der Lebensgestaltung, Stärkung sozialer Beziehungen und Netzwerke eine immer größere Bedeutung zu. Gefragt sind neben der auf das Individuum bezogenen psychosozialen Beratung auch die Entwicklung und Umsetzung von Vernetzungsstrategien im Umfeld älterer Menschen und ihrer Angehörigen und das Balancieren oft gegensätzlicher Interessen. Dabei bewegt sich Soziale Arbeit immer auch im (zivil)gesellschaftlichen Zusammenhang.
In diesem deutsch-schwedischen Symposium werden Forschungen im Bereich Sozialer Arbeit mit alten Menschen vorgestellt und diskutiert, die sich sowohl auf alte Menschen selbst als auch auf ihr Umfeld beziehen.

17:00 Uhr

C. Henning
School of Health Sciences, University West Trollhättan, Jönköping University, Jönköping/S;

S411-01

Why Meeting Places for Social Networking?

The presentation takes a point of departure in theories about different network ties, linked to the neighborhood as a social arena. The aim is to analyze the significance of so called thin ties for visitors at two examples of meeting places for older people. One of the studies is performed in a suburban setting and the other is based on meeting places in a rural area. The presentation will also include information about a new ongoing study about meeting places. In this example a method (Future Workshop) has been introduced as a way to facilitate the participation of older people in the planning process. Thin ties, understood as incidental or superficial contacts, contribute to a sense of social cohesion, social identity and safety. Thin ties ought to be recognized as important resources in older people’s everyday life. Meeting places in the neighborhood is something that may facilitate for older people to age in place and is an important issue when creating future ageing-friendly communities.

17:20 Uhr

A. Hedtke-Becker; U. Otto1
Fakultät für Sozialwesen, Hochschule Mannheim, Mannheim; 1 Careum Forschung, Gesundheit, Kaleidos Fachhochschule, Zürich/CH

S411-02

Zu Hause wohnen bleiben mit innovativen Diensten- sozialarbeiterische Strategien für alte Menschen und ihre Netzwerke

Die Perspektive, im Alter zu Hause wohnen bleiben, wurde nicht nur in Deutschland sondern auch international zwar zum politischen Credo , aber bisher in der Praxis kaum umgesetzt. Mit Blick auf den voranschreitenden gesellschaftlichen Wandel und die demografische Entwicklung bekommt die politisch gewollte und ökonomisch geforderte häusliche Versorgung von alten Menschen einen zunehmend hohen Stellenwert für Forschung und Praxis. Bisher gibt es kaum differenzierte Konzepte, die Lösungen zwischen einem vollkommen eigenständig geführten Leben in der gewohnten Umgebung einerseits und Wohnformen in Pflegeeinrichtungen andererseits anbieten. Die intensive Unterstützung von (auch altersverwirrten) Älteren mit wechselndem bis sehr großem Hilfe- und Pflegebedarf stellt dabei besondere Anforderungen im Feld der ambulanten Unterstützung und Pflege. Gezeigt werden soll, wie innovative Dienste miteinander verschränkte informelle und formelle Lebens- und Unterstützungssettings schaffen, begleiten und absichern können und welche Rolle dabei stringent geführten sozialarbeiterischen Strategien und Interventionen zukommt. Hierbei werden Selbstbestimmung und Autonomie sowie der Erhalt von Wohlbefinden und Gesundheit möglichst sowohl für die Hilfebedürftigen als auch für die Unterstützungspersonen und ihr Netzwerk nachhaltig erhalten und gefördert.

17:40 Uhr

E. Jeppsson Grassman
Department of Social and Welfare studies, Institute for the Study of Ageing and Later Life (NISAL), Linköping University, Norrköping/S;

S411-03

Older People as Caregivers. Research on older Persons´Position in Civil Society

The presentation will discuss informal help-and caregiving in Sweden, with focus on patterns of change over 17 years, regarding scope, type of caregivers and recipients of care. In the international discussion about changes in social care over the last few decades there has been a growing interest, from politicians and administrators, in the contribution of informal caregiving. This is also true for Sweden, a country that has generally been considered as a prime example of the Scandinavian Welfare State model. This interest emanates from ideological and financial changes that many countries are going through, and from the fact that they are encountering an increasing care burden, not least regarding older people in need of care. The discussion will be based on results from a national survey repeated four times between 1992 and 2009. The patterns of change indicate that there has been a dramatic increase in the extent of informal help- and caregiving since the beginning of the 2000s in Sweden. This also goes for older people as caregivers. Concerning types of helpers the patterns implied involvement, not only from family members, but also from other types of informal helpers. Two interpretative perspectives will be introduced to analyse these patterns: the first has to do with the welfare state changes and the substitution argument; the second has to do with the present debate on civil society and its possible changing role. Within the framework of these interpretations, various consequences of informal caregiving will also be addressed, the burden and stress-argument, on the one hand, and the argument of health and social connectedness, on the other hand.

18:00 Uhr

M. Vogt
Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit, Hochschule Coburg, Coburg;

S411-04

Umgang mit Vulnerabilität und Stress im höheren Lebensalter- Ein Beitrag Klinischer Sozialarbeit

Partner sind sich im höheren Lebensalter die primären Bezugspersonen. Sie stellen sich in der Regel gegenseitig emotionale wie soziale Unterstützung zur Verfügung. Allerdings ist diese Bereitschaft an die vorhandene Partnerschaftsqualität gebunden. Latent bestehende Konflikte führen nicht selten zu einer ansteigenden Vulnerabiliät für beide Partner. Die Folge ist eine Zunahme von Stressoren, von Mortalität und Morbidität im Alter.
Unter dem Aspekt der „Beratungsbegleitende Forschung“ (BF-Alter) wird seit längerer Zeit nach Stressoren und Belastungsmomenten in langjährigen Partnerschaften geforscht und die Wirksamkeit eines spezifischen Beratungsansatzes der „Beziehungsorientierten Beratung“ zur Verminderung der Vulnerabilität überprüft. Neuere Ansätze beziehen neu begründete Paarbeziehungen im höheren Lebensalter mit ein und zeigen die Notwendigkeit des Einbezuges klinisch-sozialarbeiterischer Wissensbestände.
In dem Beitrag wird ein Überblick über den bisherigen Forschungsstand gegeben, um in Anschluss interdisziplinäre Schnittstellen und Transferebenen zu akzentuieren.